Stiftungsschulamt

 

Die Stiftung Katholische Freie Schule

 

 

Die „Stiftung Katholische Freie Schule der Diözese Rottenburg-Stuttgart“  ist die Dachorganisation des Katholischen Schulwesens der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Mehr als 90 Schulen des allgemeinbildenden Schulwesens, des Sonderschulbereiches und des Fachschulbereiches (soziale Berufe) gehören dieser Organisation an. Rund 25.000 Schülerinnen und Schüler besuchen derzeit diese Schulen.

 

Geschäftsstelle und Verwaltungszentrale ist das Bischöfliche Stiftungsschulamt in Rottenburg. In den Abteilungen Pädagogik, Personalwesen, Finanzwesen und Liegenschaften arbeiten derzeit 36 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Sie tragen dafür Sorge, dass die Katholischen Freien Schulen ihrem pädagogischen und pastoralen Auftrag auf sicherer sächlicher und finanzieller Basis gerecht werden können.

 

 

 

 

Stiftungsschulamt

Flyer Argentinien

Lehrer

Marchtal

 

 

 

 

Praktikum in der Partnerdiözese Santiago del Estero in Argentinien

Austausch gelingt im Mitleben und Mitarbeiten

20:20 Uhr am Busbahnhof von Santiago del Estero. Es ist heiß. 38 Grad trotz des argentinischen Herbstes. Um einen komfortablen Reisebus herum schart sich eine Menschentraube. Ein Blondschopf, umringt von allesamt Schwarzhaarigen mit tiefen, dunklen und an jenem Tag vor allem traurigen Augen, sticht aus der Menge hervor. Die Rede ist vom Abschied des 20-jährigen Freiwilligen Dominik Bieg, welcher nach knapp 8 Monaten die Heimreise antritt.

Zurück bleiben nur noch wir zwei, Jana Nisch und Julia Mahlenbrei. Ein letztes Winken, der Bus fährt ab und für uns kehrt wieder der Alltag ein. Schon morgen wartet die Arbeit auf uns; unzählige Kinder, die unsere Hilfe bereitwillig annehmen, aber von denen wir mindestens genausoviel lernen können wie sie von uns.

Denn wir sind Praktikantinnen in katholischen Schulen der Provinz Santiago del Estero. Für ein halbes bzw. ein ganzes Jahr leisten wir einen Freiwilligendienst in einer der wohl heissesten und ärmsten Provinz Argentiniens. Doch die Arbeit als Praktikant kann ganz unterschiedlich aussehen.

Ich zum Beispiel (Jana Nisch) bin in einer Grundschule tätig. Dort unterstütze ich die Lehrer im Unterrichtsgeschehen, indem ich Schüler mit Lernschwierigkeiten im Unterricht begleite oder sie in Einzelstunden individuell födere. Zusätzlich konnte ich in den Kunst- und Sportstunden meine eigenen Ideen einbringen und dadurch, wie auch während einiger Deutschstunden letztes Jahr, Erfahrungen als Lehrer sammeln. In den letzten vier Monaten meines insgesamt einjährigen Aufenthalts werde ich nun zusätzlich auch eine Sonderschule besuchen, um dort einen Teil meines Praktikums zu absolvieren.

Ich hingegen (Julia Mahlenbrei) besuche schon seit Beginn meines Praktikums im Februar eine Sonderschule im Nachbardorf Clodomira. Meine Hauptaufgabe besteht darin, einen blinden Schüler während des Schultages zu begleiten, im Unterrichtsgeschehen individuell auf ihn einzugehen und im Einzelunterricht seine motorischen Fähigkeiten zu fördern. Da ich bereits in Deutschland ein Praktikum an einer Blindenschule absolviert habe, kann ich relativ selbständig mit meinem blinden Schüler arbeiten. Zusätzlich unterstütze ich den Lehrer meiner Klasse während des Schultages, da die Klasse aufgrund völlig unterschiedlicher Behinderungen der Schüler sehr unruhig und lebendig ist.
Drei mal in der Woche besuche ich eine weiterführende Schule direkt in Santiago del Estero, um in erster Line die Sprache zu lernen. In Freistunden durfte ich mich aber bereits als Lehrer versuchen und den Schülern ein wenig deutsch beibringen.

Doch der Austausch basiert nicht nur auf der Arbeit in den Schulen, sondern auch auf kultureller Ebene. Obwohl sich das santiagenische Leben in vielen Bereichen vom Leben in Deutschland unterscheidet, konnten wir uns schnell an die hiesigen Verhältnisse gewöhnen. Inzwischen ist es auch für uns völlig normal, sich zur Begrüssung einen Kuss auf die Backe zu geben, zum 17:00 Uhr-Training mindestens eine halbe Stunde zu spät zu kommen und in der Siestazeit ein Nickerchen einzulegen. Die Eingewöhnung fiel uns vor allem deshalb so leicht, weil uns die Menschen mit ihrer Offenheit und Gastfreundlichkeit schnell in die santiagenische Gemeinschaft aufnahmen. Gerade aus diesem Grund kommt hier selten Langeweile auf. Ob Ausflüge aufs Land, Sportangebote, Einladungen zum Essen oder zu anderen kulturellen Ereignissen, die Santiagener finden immer etwas, um uns zu beschäftigen. Einen grossen Teil unserer Freizeit verbringen wir aber auch in einer Kirchengemeinde, in der wir uns in verschiedenen Gruppen engagieren. Und falls dann doch einmal nichts geplant sein sollte, findet sich bestimmt jemand, um gemütlichen einen Mate zu schlürfen, denn das argentinische Nationalgetränk verschmäht hier kaum einer. So haben wir die santiagenischen Traditionen mit all ihren kulinarischen und kulturellen Besonderheiten inzwischen kennen- und auch lieben gelernt.

Kaum zu glauben, dass in vier Monaten auch schon unser Bus abfahren wird. Doch bis dahin bleibt uns noch  genügend Zeit für viele neue Begegnungen, Freundschaften und Erfahrungen.

Julia Mahlenbrei und Jana Nisch

Die Redaktion

 

Redakteur für diese Rubrik ist Margit Krause

 

infos@alumniport.de